97447 Gerolzhofen, Saarstr. 7
Mein Krippenlebenslauf

Krippen begeistern mich so lange ich denken kann. Ich war etwa 8 Jahre alt, als ich zusammen mit meinem Vater meine erste Krippe gebaut habe, weil mir die Familienkrippe nicht mehr gefiel.
Die Materialien waren Wurzeln, Haselnussäste und Moos. Figuren hatten wir aus Pappmaché.

Mit den Jahren, insbesondere wenn man 15/16 Jahre alt wird, hat man keinen Sinn mehr für Krippen. Dann gründet man eine Familie und wieder stehen andere Dinge im Mittelpunkt. Und so hat es bei mir gedauert, ich war gut 40 Jahre alt, bis ich einmal mit Frau und Kindern auf dem Bamberger Krippenweg war. Hier hat es gefunkt, ich dachte mir, solche Häuser – Fachwerk – Naturstein – also fränkischer Baustil, so etwas kann ich auch bauen.

Ich will nicht verheimlichen, dass mir hier meine Ausbildung beim Architekten und meine Tätigkeit in der Bauplanung zu Gute kam. Meine Familie unterstützt mich dabei uneingeschränkt. So begann mein zweites Krippenleben. Bald hatte ich Kontakt zu den Bamberger Krippenfreunden und wurde dort auch Mitglied. Zwischenzeitlich war ich in den Schuldienst gewechselt und in der Ausbildung junger Bauhandwerker tätig. Zu dieser sehr fordernden Aufgabe war das Krippenbauen in der Freizeit eine entspannende und beruhigende Abwechslung.

Immer wieder merkte ich, wie der „Baumensch“ in mir durch kam. Maßstäbliches Arbeiten, Aufmaß von Gebäuden und die fachliche Zuordnung von Materialien und Beiwerk ist für mich eine Selbstverständlichkeit. So entstanden viele Krippenszenen in historischen Gebäuden aus Gerolzhofen und dem Umland. Auch in dieser Zeit entdeckte ich ein „Nebenhobby“ – die Papierkrippen! Ich erinnere mich noch genau, wie mir mein Vater in der Nachkriegszeit, besonders bei Flüchtlingsfamilien, viele glitzernde und schimmernde dieser kleinen Kunstwerke gezeigt hat.

Heute bin ich selbst diesem Reiz verfallen und habe  schon viele alte Stücke gekauft. Es gibt ja auch sehr gute Nachdrucke, die ich dann ausschneide und meist in Rahmen einbaue. Beispiele dazu sind unter „Meine Krippen“ zu sehen.

Jetzt nachdem ich in Ruhestand bin, sind meine Frau und ich zu dem Entschluss gekommen, in unserem Hause ein „Kripperles Stübla“ einzurichten und immer einen Teil unserer Krippen in ansprechender Form zu präsentieren.

Nun möchte ich auch ein paar Worte zu meiner Frau Gisela sagen: Nicht nur, dass sie mein Hobby teilt und mich unterstützt, sie hat sich in den letzten Jahren zu einer hervorragenden Figurenschneiderin entwickelt und trägt so wesentlich zur Gesamtwirkung meiner Krippen bei. Ich bin einfach der Meinung, dass zu den fränkischen Krippen am besten bewegliche, bekleidete Figuren passen. Gisela macht dies mit Freude und Hingabe. Beispiele dazu finden Sie ebenfalls unter „Meine Krippen“.

„Krippenschauen in Franken“, vielleicht könnte sich dieser Tiroler Brauch auch in unserer Heimat durchsetzen. Nach telefonischer Voranmeldung sind Sie herzlich dazu eingeladen. Lassen Sie sich vom Glanz und dem Zauber der Krippen gefangen nehmen. Ganz nebenbei erleben Sie Ruhe und Beschaulichkeit, was gerade in unserer schnelllebigen Zeit gut tut.

Ab dem Jahr 2013 habe ich mich auch beim Aufbau der Kirchenkrippe in Gerolzhofen eingebracht – Geländeaufbau und Gestaltung. Die Heilige Familie hat jetzt einen fränkischen Stall als Unterkunft. Die Figuren dieser Krippe sind aus den 50er Jahren. Pfarrer Bauer hat sie aus seinen Urlauben im Tiroler Pitztal mitgebracht. Sie sind aus der Hand vom Schnitzer Röckl in Wenns.

Im selben Jahr entstand in Gerolzhofen auch eine Krippenstraße. Zusammen mit Krippenfreunden aus der Stadt und dem Umland zeigen wir alljährlich in diversen Geschäften der Spitalstraße ca. 20 Krippen verschiedener Stilrichtungen. Besonders in den Abendstunden ist die Krippenstraße ein Erlebnis für die ganze Familie.

Lassen Sie sich inspirieren von der Vielfältigkeit der Gestaltung und Darstellung des Weihnachtsgeschehens!