97447 Gerolzhofen, Saarstr. 7

Die besondere Krippe

 

Maria Verkündigung

Eine Krippenszene die doch recht oft gebaut wird ist die Verkündigung des Engels an Maria. Hier habe ich einmal versucht das Ganze in unserer Heimat darzustellen. Der Ort ist eine fränksiche Stube schlicht und einfach eingerichtet. Maria ist mit dem Spinnrad beschäftigt, auf dem Tisch steht eine Kerze und die Bibel ist aufgeschlagen. Im Vordergrund eine Vase mit Lilien. Das Butzenglasfenster ist halb geöffnet von außen dringt Licht herein. Durch die ebenfalls geöffnete Tür tritt der Erzengel Gabriel ein und bringt die Frohe Botschaft. Maria erschrickt und lässt die Spindel fallen. Die Gestik ihrer Hände lässt erkennen, dass sie eben den Satz spricht: „Mir geschehe nach deinem Wort“.

Die Figuren stammen aus der Werkstatt des Thüringer Schnitzers Dieter-Robert Frank. Sie sind 20 cm groß, über Drahtgestell aufgebaut und von meiner Frau Gisela bekleidet. Die verwendeten Materialien sind Styrodur und Holz sowie diverse Spachtelmassen und Farben.


 

 

 

Krippenfiguren von Heinrich Thein

Manchmal muß man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. So ist es mir mit den Krippenfiguren des genialen Künstlers Heinrich Thein gegangen. Ich konnte sie vor über 20 Jahren aus Familienbesitz erwerben. Dass es sich um ganz besondere Figuren und damit auch um einen außergewöhnlichen Künstler handelt fällt beim ersten Blick auf. Die Anmut und die Haltung die in den Figuren steckt, sowie die dezente Farbgebung sind einzigartig. Die Blickrichtung und die Konzentration hin auf das Wesentliche – den Neugeborenen – der einzelnen Figuren zeugen von einem großen Künstler aus dem ein tiefer christlicher Glaube spricht. Dies unterstreicht auch das im Mantel Maria´s sich einschmiegende Christkind, das eben geboren, noch den Schutz und die Obhut der Mutter sucht.

Viele Jahre hat der Krippenbauer gebraucht bis schließlich die Idee reifte, diese besonderen Figuren nicht in eine herkömmliche Behausung oder Landschaft einzubauen, sondern einen abstrakten Hintergrund zu wählen. Alte, gespaltene Ziegelsteine aus Lehm und Ton waren mir wegen der Gleichheit des Materials hier genau passend. So sollen die Figuren wirken, der Hintergrund und das Umfeld ordnet sich dem unter.

Hier noch ein paar Daten aus dem Leben des Künstlers: Heinrich Thein wurde 1888 in einer Töpferfamilie in Nürnberg geboren. Dort erlernte er auch das Handwerk und ging später an die Bildhauer und Zeichenschule nach München. 1925 kam er nach Meißen wo er auch künstlerischer Leiter der Porzellanfabrik wurde. 1949 zog es ihn in seine fränkische Heimat zurück. Ab 1956 unterrichtete er an der Kreisberufsschule in Haßfurt. In Würdigung seiner Werke trägt diese heute den Namen Heinrich Thein Berufsschule.


 

 

 

Christi Geburt in der Gertraudiskapelle

Vor den Toren der Stadt Gerolzhofen liegt der Kapellenberg. Dort steht die Gertraudiskapelle, ein gerne besuchter Ort, auch wegen des wunderbaren Panoramablickes über das ganze Steigerwaldvorland. Grund genug für mich hier diese Weihnachtskrippe anzusiedeln. Die Kapelle selbst habe ich als Ruine dargestellt, was die Einsamkeit und Trostlosigkeit der Darstellung unterstreicht. Wir sind im Fränkischen Weinland also sind auch am Kapellenberg Reben angepflanzt. So ist es auch in der Darstellung. Es ist eine frostige Nacht,  Reif überzieht nicht nur die Weinstöcke sondern auch die Landschaft . Im Hintergrund die Silhouette der Stadt Gerolzhofen im winterlichen Dunst. Nur ein einsamer Hirte beobachtet die Szene. Er kommt mit seiner Schafherde den Hohlweg herauf und sieht das Wunder der Hl. Nacht. Maria und Josef haben einen windigen Unterschlupf gefunden und der Erlöser wird in der Ruine der Gertraudiskapelle geboren.

Die Figuren haben eine Größe von 12 cm und sind von der Fa. Marolin aus Steinach. Über Drahtgestell von meiner Frau Gisela bekleidet. An Materialien habe ich Holz, Holzplatten, Spachtelmassen, Styropor, Styrodur und Naturmaterial verwendet.

 


 

 

Papierkrippe in Triptychon als Simultankrippe

Der Tiroler Maler Heinrich Kluibenschedl hat diese Krippenfiguren im 19. Jahrhundert gemalt. Er gilt als ein wichtiger Vertreter des Nazarener Stils. Das Original befindet sich im Tiroler Volkskundemuseum in Insbruck und wurde 1928 erstmalig vervielfältigt(gedruckt). Meine Ausgabe stammt aus unserer Zeit.

Die 57 menschlichen und 39 Tierfiguren habe ich ausgeschnitten und mit dünnen Holzspiesen hinterklebt. Der Landschaftsaufbau erfolgte in alter Tradition mit selbst hergestelltem Felsenpapier, Leim und Glimmer sowie Naturmaterialien  direkt in die einzelnen Kästen des Tripychons.  Die Bezeichnung als Simultankrippe ergibt sich aus der Tatsache, dass gleichzeitig 5 Szenen der Weihnachtsgeschichte zu sehen sind. Es beginnt links oben mit der Herbergssuche von Josef und Maria. Darunter dann die Verkündigung an die Hirten durch die Engel. Im großen Feld in der Mitte ist die Geburt Christi und die Anbetung der Hirten und des Volkes zu sehen. Im rechten Flügel ist oben die Anbetung der Könige mit Gefolge dargestellt und unten die Flucht nach Ägypten.

Die Grösse des Kastens ist 70 x 70 cm im zusammengeklappten Zustand, ausgeklappt ist er entsprechend 140 cm lang und 70 cm hoch. Die Tiefe der einzelnen Fächer ist 10 cm. Über der gesamten Szene thront – wie auf dem Bild zu sehen – Gott Vater mit seinen Engeln. Gebaut habe ich diese Krippe im Jahre 2002, sie feiert also heuer ein kleines Jubiläum.


 

 

Herbergssuche in Alt Gerolzhofen

Das Umfeld für diese Krippe ist Gerolzhofen etwa um das Jahr 1910. Der Ort ist die Schallfelder Straße vor dem Haus des Drechslermeisters Ferdinand Klüber und dem prächtigen Fachwerkbau von Fritz Seidel noch vor dem Ladeneinbau. Diese Angaben entnehme ich dem Buch von Hans Koppelt „Alt Gerolzhofen ein Bilderbuch.“

Josef und Maria mit Esel sind auf ihrer Reise am späten Abend in Gerolzhofen angekommen. Sie haben am Haus von Ferdinand Klüber angeklopft. Dieser ist bereits in seiner Schlafkammer. Er öffnet das Fenster und schaut mit einer Kerze heraus, um zu sehen wer denn so spät noch um Einlass bittet.

Die Krippe ist als Vitrinenkrippe konzipiert. Die Szene wird gesäumt von den beiden schönen Fachwerkhäusern. Als Materialien habe ich Massivholz, Span- und MDFplatten, Styrodur, div. Spachtelmassen, Wasserfarben und Naturmaterialien verwendet. Die Figuren sind von meiner Frau Gisela auf Drahtgestell aufgebaut und polychrom bemalt und bekleidet.


 

 

besondere Krippe

Christi Geburt zwischen Schweinehirtenhaus und Bibraturm

Diese Krippe in historischem Ambiente entstand im Jahre 2005. Der Bibraturm, der den Namen von Fürstbischof Lorenz von Bibra trägt, gehört zum äußeren Mauerring der Stadtbefestigung von Gerolzhofen. Er wird von der Pfadfinderschaft St. Georg genutzt und auch erhalten. Der überdachte Treppenaufgang ist heute nicht mehr vorhanden, ebenso wie das sich rechts anschließende „Säuhirtn Haus“. Als Vorlage diente mir ein Aquarell des Malers August Balling aus Mergentheim ca. aus dem Jahre 1918.
Die Stadt Gerolzhofen hatte früher einen eigenen Schweinehirten, der als städtischer Bediensteter eine – wenn auch bescheidene – Behausung zur Verfügung hatte.
In dieser ärmlichen Gegend kommt Jesus zur Welt, in einem schuppenartigen Verschlag, der als Brennholzlager und Kleintierstall dient.
Nur der Schweinehirte und seine Familie entdecken das „Wunder der Weihnacht“! Maria und Josef freuen sich mit ihrem Kind über die Gaben die diese armen Leute ihnen bringen.

Die Krippe habe ich als Kastenkrippe gebaut. Die 15 cm großen Figuren sind über Drahtgestell von meiner Frau bekleidet und polychrom bemalt. Die verwendeten Materielien sind MDF-und Spanplatten, gealtertes Holz, Styrodur, Wellpappe, Karton und diverse Farben und Spachtelmassen.