97447 Gerolzhofen, Saarstr. 7

Die besondere Krippe

 

 

Papierkrippe in Triptychon als Simultankrippe

Der Tiroler Maler Heinrich Kluibenschedl hat diese Krippenfiguren im 19. Jahrhundert gemalt. Er gilt als ein wichtiger Vertreter des Nazarener Stils. Das Original befindet sich im Tiroler Volkskundemuseum in Insbruck und wurde 1928 erstmalig vervielfältigt(gedruckt). Meine Ausgabe stammt aus unserer Zeit.

Die 57 menschlichen und 39 Tierfiguren habe ich ausgeschnitten und mit dünnen Holzspiesen hinterklebt. Der Landschaftsaufbau erfolgte in alter Tradition mit selbst hergestelltem Felsenpapier, Leim und Glimmer sowie Naturmaterialien  direkt in die einzelnen Kästen des Tripychons.  Die Bezeichnung als Simultankrippe ergibt sich aus der Tatsache, dass gleichzeitig 5 Szenen der Weihnachtsgeschichte zu sehen sind. Es beginnt links oben mit der Herbergssuche von Josef und Maria. Darunter dann die Verkündigung an die Hirten durch die Engel. Im großen Feld in der Mitte ist die Geburt Christi und die Anbetung der Hirten und des Volkes zu sehen. Im rechten Flügel ist oben die Anbetung der Könige mit Gefolge dargestellt und unten die Flucht nach Ägypten.

Die Grösse des Kastens ist 70 x 70 cm im zusammengeklappten Zustand, ausgeklappt ist er entsprechend 140 cm lang und 70 cm hoch. Die Tiefe der einzelnen Fächer ist 10 cm. Über der gesamten Szene thront – wie auf dem Bild zu sehen – Gott Vater mit seinen Engeln. Gebaut habe ich diese Krippe im Jahre 2002, sie feiert also heuer ein kleines Jubiläum.


 

 

Herbergssuche in Alt Gerolzhofen

Das Umfeld für diese Krippe ist Gerolzhofen etwa um das Jahr 1910. Der Ort ist die Schallfelder Straße vor dem Haus des Drechslermeisters Ferdinand Klüber und dem prächtigen Fachwerkbau von Fritz Seidel noch vor dem Ladeneinbau. Diese Angaben entnehme ich dem Buch von Hans Koppelt „Alt Gerolzhofen ein Bilderbuch.“

Josef und Maria mit Esel sind auf ihrer Reise am späten Abend in Gerolzhofen angekommen. Sie haben am Haus von Ferdinand Klüber angeklopft. Dieser ist bereits in seiner Schlafkammer. Er öffnet das Fenster und schaut mit einer Kerze heraus, um zu sehen wer denn so spät noch um Einlass bittet.

Die Krippe ist als Vitrinenkrippe konzipiert. Die Szene wird gesäumt von den beiden schönen Fachwerkhäusern. Als Materialien habe ich Massivholz, Span- und MDFplatten, Styrodur, div. Spachtelmassen, Wasserfarben und Naturmaterialien verwendet. Die Figuren sind von meiner Frau Gisela auf Drahtgestell aufgebaut und polychrom bemalt und bekleidet.


 

 

besondere Krippe

Christi Geburt zwischen Schweinehirtenhaus und Bibraturm

Diese Krippe in historischem Ambiente entstand im Jahre 2005. Der Bibraturm, der den Namen von Fürstbischof Lorenz von Bibra trägt, gehört zum äußeren Mauerring der Stadtbefestigung von Gerolzhofen. Er wird von der Pfadfinderschaft St. Georg genutzt und auch erhalten. Der überdachte Treppenaufgang ist heute nicht mehr vorhanden, ebenso wie das sich rechts anschließende „Säuhirtn Haus“. Als Vorlage diente mir ein Aquarell des Malers August Balling aus Mergentheim ca. aus dem Jahre 1918.
Die Stadt Gerolzhofen hatte früher einen eigenen Schweinehirten, der als städtischer Bediensteter eine – wenn auch bescheidene – Behausung zur Verfügung hatte.
In dieser ärmlichen Gegend kommt Jesus zur Welt, in einem schuppenartigen Verschlag, der als Brennholzlager und Kleintierstall dient.
Nur der Schweinehirte und seine Familie entdecken das „Wunder der Weihnacht“! Maria und Josef freuen sich mit ihrem Kind über die Gaben die diese armen Leute ihnen bringen.

Die Krippe habe ich als Kastenkrippe gebaut. Die 15 cm großen Figuren sind über Drahtgestell von meiner Frau bekleidet und polychrom bemalt. Die verwendeten Materielien sind MDF-und Spanplatten, gealtertes Holz, Styrodur, Wellpappe, Karton und diverse Farben und Spachtelmassen.